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Tag: Lore

Lore-Update

Hallo liebe Spielerschaft!

Wie ihr schon alle mitbekommen habt rückt der Umzug immer näher und damit wird nicht nur die Spielwelt angepasst, sondern auch die Lore anhand der neuesten Erkenntnisse! Auch kommen neue Völker hinzu und während einige frei spielbar sein werden, sind andere an eine Konzeptpflicht gekoppelt.

 

Änderung zu Sin’dorei/Blutelfen

Nach den Neuerungen in der Lore gibt es neben der Frage der Unsterblichkeit auch Änderungen bezüglich der Augenfarbe für Blutelfen. Wir haben uns entschieden, euch weitestgehend die Wahl zu lassen. 

Hat euer Charakter in der Vergangenheit viel Fel konsumiert bleiben die Augen grün, hat er wenig konsumiert können sie durch die Reinigung des Sonnenbrunnens golden werden!

Einzig für Lichtwirker sind die goldigen Augen verpflichtend, da sie durch ihre Verbindung zum Licht kaum bis gar nicht mehr vom früheren Fel-Konsum betroffen sind.

 

Änderung zu Kaldorei/Nachtelfen

Die goldenen Augen der Kaldorei sind an das Druidentum gebunden. Das heißt, ein Charakter mit goldenen Augen ist Druide oder hat eine entsprechende Begabung für das Druidentum. Wenn ein Nicht-Druide diese besondere Augenfarbe trägt, erwarten wir, dass dieser Charakter hier auf der Insel die druidische Ausbildung durchläuft. Sollte sich ein solcher Charakter im Nachhinein vom Druidentum abwenden wird er die goldenen Augen wieder verlieren.

 

Änderung zu Worgen/Gilneer

Die letzte Anpassung betrifft Fluchträger. Die Worgenform ist nach wie vor eine wilde Kampfform und durch die Vorkommnisse in Battle for Azeroth wurde dies noch einmal verdeutlicht. Selbst nach dem Ritual des Gleichgewichts hat ein Gilneer in Fluchgestalt pausenlos mit der Wildheit Goldrinns zu kämpfen. Genn Graumähne als starker Lore Held, sagt selbst, dass er sobald er Goldrinns Gestalt trägt, pausenlos das Gefühl hat die Kontrolle zu verlieren und die, die er liebt zu töten. Einem Worgen ist es in einer Kampfsituation nicht möglich maßzuhalten und wenn sein Gegner überwältigt wird, kann er sich mit dem Todesstoss kaum zurückhalten. Druiden des Goldrinns sind auch weiterhin durch den Zirkel des Cenarius verboten.

Beispiele für eine Begründete Wandlung wären:

  • Schwere körperliche Arbeit, bei der die Verwendung der Worgengestalt über kurze Zeit von Nutzen sein kann
  • Durchqueren von unsicheren Gebieten
  • Zum Selbstschutz
  • In Kampfsituationen
  • Zur Findung einer Balance

Worgen müssen sich beizeiten wandeln, da der Fluch mit dem Drang dies zu tun einhergeht. Gilneer haben in solchen Situationen vorwiegend das Bedürfnis zu Jagen und der Wildheit des Abbild Goldrinns etwas freie Hand zu lassen. Dementsprechend finden Wandlungen zu Zweck des Gleichgewichts in Bereichen, in denen niemand zu Schaden kommen kann. Beispiele hierfür wären der Schattenwald, das Umland oder das sichere Eigenheim.

Andere Gründe zur Wandlung die den genannten Beispielen nicht ähnlich sind sehen wir nicht. Auch sind diese Anpassungen Unabhängig vom Wandlungsgesetz und beeinflussen dieses nicht. Sie gelten also jetzt und in Zukunft für alle und Überall. Wir wollen hiermit noch einmal verdeutlichen, dass der Worgenfluch eben genau das ist: Ein Fluch und kein Segen! 

 

 

Neue Rassen und ihre Konzeptpflicht

Zu dieser Thematik gab es bereits im Dezember eine Information. Der Vollständigkeit halber halten wir diese dieses Wissen aber noch einmal in diesem Text fest.

Folgende Rassen werden spielbar sein:

  • Kul’Tiraner 
  • Dunkeleisen Zwerge
  • Vulpera mit Konzept
  • Hochbergtauren
  • Pandaren mit Konzept (Sobald das Event, das Sie nach Kitar bringt, abgeschlossen ist)
  • Nachtgeborene mit Konzept
  • Mag’har mit Konzept

 

Folgende Rassen werden nicht spielbar sein:

  • Zandalari (können zu einem späteren Zeitpunkt erspielt werden)
  • Leerenelfen
  • Mechagnome
  • Lichtgeschmiedete Draenei

Wie sonst auch werden hierzu keine rückwirkende Konzepte verlangt. Einzig ist hier die Ausnahme, wenn im aktiven Rollenspiel eine Diskrepanz vorliegt.

 

Verwendung als NPCs

Neue Völker sind nicht von Anfang an im Rollenspiel verfügbar. Erst sollen die Spieler mit den neuen Rassen in Berührung kommen, bevor sie als NPCs auftauchen.

Des weiteren dürfen für Gewerbe passende NPCs gewählt werden. Beispiele für unpassende NPCs wären:

  • Gefestigte Völker wie Nachtelfen und Draenei in niederen Etablissements wie zum Beispiel einer Bar oder Absteige
  • Nicht-Druiden-Völker im Hain
  • Verlassene, Orks, Nachtelfen und andere Licht Fremde Völker als Priester in der Kathedrale
  • Völker die man als Spieler in der jeweiligen Gilde nicht spielen darf

 

Wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Zeit miteinander und besonders auf ein gemeinsames Erkunden der neuen Spielwelt!

Geschichte Leoly

Lichthafen Geschichte: Leoly

Am fernen Horizont ist ein greller Blitz zu erkennen, worauf auch schon bald Donnergrollen folgt . Der sonst so blaue Himmel ist bedeckt aus einem dichten Bett aus grauen Wolken. Rabenschwarzes, welliges Haar weht im Wind des drohenden Sturms. Rauschend brechen die Wellen beim Anlaufen auf das grobe Korn des Sands, enden nur wenige Zentimeter vor dem Hufpaar der Magierin So zeichnet sich das Bild eines wohl bekannten Anblicks. Eine Draenei, gekleidet in hochwertige, seidene Stoffen. Ein Eindruck, welchen man gar als fehlplatziert in dieser stürmischen Idylle einstufen könnte.

 

Die silbernen, leuchtenden Augen der jungen Zauberin fixieren eine Silhouette am Horizont. Der Umriss ihrer Heimat zieht Leolys gesamte Aufmerksamkeit in den Bann.  Erst der Klang der sich nähernden Schritten vermögen es sie aus dem Tagtraum zu reissen. “An welchem Ort befinden wir uns?” Hinterfragt die dunkle, weibliche Stimme der Loyalistin. Ohne dass die junge Zauberin den Blick von ihrem Ziel, der entfernten Insel löst, hebt sie ihre Stimme zur Antwort. «An einem Ort, deren Existenz uns noch nicht sehr lange geläufig ist.» Nach einer rhetorischen Pause wird die Antwort ausgeführt. «Ein Ort, der vor nicht all zu langer Zeit noch im Nebel verborgen lag. Eine Tücke der Naga, mit denen wir es bereits zu tun hatten.» Mit jenen Worten wendet sich die Magierin langsam um, richtet ihren Blick auf die draeneiische Verteidigerin. «Von diesem Ort aus können wir unsere Rückeroberung optimal vorbereiten und durchführen.» Die heilige Kriegerin erhebt ihre Stimme um ihrer Regentin Bericht zu erstatten. «Ein weiteres Schiff hat vor der Küste geankert, meine Regentin. Begleitboote werden mit Passagieren und Vorräten beladen. Wie mir scheint wird es auch nicht das Letzte gewesen sein. Eure Kunde scheint sich in ganz Azeroth verbreitet zu haben.» Der rechte Mundwinkel der Magierin hebt sich seicht empor, einen Ausdruck der Zufriedenheit darstellend.

 

Und so scheint es sich bei jenem Schiff nicht um das Erste seiner Art zu gehandelt zu haben. Ein paar Vorreiter müsste es zumindest gegeben haben. Immerhin war die Regentin nicht alleine an jenem Ort.  Abseits vom Strand, im Schutz vor Wind und Witterung, wurde bereits ein Provisorium errichtet. Nach militärisch errichtetem Standard wurden Unterkünfte aufgebaut. Zelte in einem geordneten System, in welchem jedes seinen individuellen Zweck erfüllt. Unterkunft, Vorratslager, Aufenthalt, Verpflegung und auch ärztliche Versorgung. Alles erschaffen durch die geeinigte Arbeit der Mischung aus Allianz- und Hordevölker, welche weiterhin damit beschäftigt sind die Vorräte aus den Ruderbooten im provisorischen Lager unterzubringen. Unter den motivierten Beteiligten kann man viele altbekannte Gesichter erkennen. Alle angetrieben von einer ähnlichen Sehnsucht, wie die Regentin. Darauf setzen sich die beiden Draenei in Bewegung.

 

Das zentral angelegte Zelt soll das Ziel sein. Nach dem Eintreten in das Zelt richten sich sämtliche Blicke der bereits wartenden Personen auf die junge Zauberin. Im indirekten, warmen Licht der Öllampen kann man auch hier das eine oder andere bekannte Gesicht erblicken. Alle jene Loyalisten versammelten sich bereits um einen Tisch, auf welchem eine Seekarte ausgebreitet wurde. Der aktuelle Standort, die Insel aus dem Nebel, wurde bereits nachgezeichnet. Als auch die Regentin jenen Tisch erreicht hat verstummt das Getuschelt der Anwesenden. So galt die Aufmerksamkeit nur noch der Magierin, welche daraufhin auch schon ihre Stimme erhob.

 

«Vor etwa zwei Wochen ist das Flottenschiff der Legion abgezogen.» Berichtet die junge Zauberin, worauf sie ihre Ausführung aber auch schon fortsetzt. «Seine Majestät wie auch seine Gefährtin gelten weiterhin als verschollen. Auch auf der arkanen Ebene blieb bislang jede Kontaktaufnahme ohne Erfolg.» Es folgt ein Moment der Stille, welcher den Anwesenden die Aufnahme dieser beiden Informationen erlaubt. Sekunden später wird das Wort dann schon wieder ergriffen. «Wie viele, einlaufende Schiffe erwarten wir noch?» Eine männliche Stimme der Anwesenden erklingt. «Wir rechnen mit drei weiteren Schiffen.» Lautet seine Antwort, worauf er prompt eine Frage in den Raum wirft. «Doch wie gedenkt Ihr mit nur einer Brigg unsere gesamten Streitkräfte zu transportieren? Gewiss wird es mehrere Stunden dauern, bis wir alle Männer und Frauen mit den Booten am Strand abgeladen haben.» Hinterfragt die männliche Stimme. Gewiss berechtigte Bedenken , wurden alle anderen Schiffe doch nur mit dem Transport beauftragt und haben die Nebelinsel bereits wieder verlassen. Es folgt ein leichtes Nicken der Magierin, darauf auch schon gleich eine Antwort.

 

«Wir werden unser einziges Schiff mit den besten achtzig Streiter bemannen. Bezüglich des Abladen müsst ihr Euch weniger Gedanken machen, denn wir werden direkt im Hafen anlegen.» Die Reaktion der Anwesenden mag eine Mischung aus Überraschung und Skepsis darstellen. Vermutlich eher Zweiteres! Doch schnell begründet die Draenei das Potenzial dieser waghalsigen Taktik. «Der Badestrand offeriert uns nicht gerade Vorteile. Wir müssten unsere Streiter mit Booten entladen. Erwarten würde uns ein Gegner aus einer erhöhten Position. Ein gefundenes Fressen.» Es folgt eine rhetorische Pause, worauf auch die dritte Option benannt wird. «Auch die Bramswacht kommt als erste Anlaufstelle in Frage. Sie besitzen einen Steg, was uns eine Landung ermöglicht. Zu bedenken gilt es doch, dass die Wacht nach der Stadt gefallen ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass an jenem Ort mit dem meisten Widerstand durch Dämonen zu rechnen ist.»

 

«Der Hafen hingegen offeriert uns ein offenes Tor in das Herz unserer Stadt. Wir haben den Überraschungsmoment auf unserer Seite und können den Hafen direkt stürmen. Nachdem wir ihn eingenommen haben und die Dämonen damit beschäftigt sind eine Verteidigung zu organisieren folgt ein nächster Schritt.» Die Magierin setzt erneut eine rhetorische Pause ein, setzt ihren Monolog dann weiter fort. «Ich werde einen Portalstein in Position bringen und diesen gemeinsam mit den anderen Magier aktivieren. Durch das stabile Portal erschaffen wir im Hafen einen zweiten Ankerpunkt. Durch dieses Portal werden wir die restlichen Streiter, welche bis dahin noch in diesem Lager verweilen, als zweite Welle im Hafen einlaufen lassen. Haben wir erst einmal unsere gesamte Streitmacht in Position gebracht gibt es nichts was die stationierten Dämonen in ihrer geringen Zahl uns entgegenwirken könnten.»

 

Und so nimmt der Abend seinen weiteren Lauf. Der wagemutige Plan wird mit Details bestückt und erhält seinen Feinschliff. In den folgenden Tagen werden die angekündigten Schiffe eintreffen und das Provisorium mit heimatlosen Lichthafner und weiteren Vorräten bereichern. Die Tage vor dem Sturm werden genutzt um, die Vorbereitungen für die Invasion zu treffen.

 

Lichthafen, wir kommen.

 

Geschichte Andrith Dämmerklinge

Lichthafen Geschichte: Andrith Dämmerklinge

Mehrere Wochen nach der Evakuierung des Inselkönigreichs wird die Stille endlich gebrochen. Die Nachricht einer draeneiischen Magierin verbreitet sich in ganz Azeroth und sorgt für regen Tatendrang. Die Rede ist von der Rückeroberung einer verwüsteten Insel, eines gefallenen Königreichs. Besonders in den nächsten Wochen wird der Schiffsverkehr in den neutralen Anlegepunkten des Dampfdruckkartells deutlich zunehmen. Der Grund dafür ist die Mobilisierung von mehreren, kleineren Gruppierungen aus den verschiedensten Winkel dieser Welt.

So zeichnet sich das Bild eines Blutelfen inmitten eines staubigen Gasthauses, das mit seinem Schatten vor der sengenden Hitze zu schützen verspricht, die die grelle Mittagssonne gegen den Leinenvorhang am Eingang branden lässt. Einige glimmende Kerzen auf den Tischen und am Tresen tauchen das düstere des Gasthauses in fahles Licht, werfen flackernde Schatten auf die Gesichter der Gäste und so auch auf das Gesicht des Elfen. Narben ziehen sich von seinem Hals bis über sein alterndes Gesicht hinauf und einige blutrote Strähnen verdecken den in der Dunkelheit auffällig goldgrünen Glanz seiner Augen. Kerben und Dellen schmücken die dunkle Rüstung des Sin’dorei und zwischen seinen Fingern wandert ein Gegenstand von der Größe einer Münze hin und her, während er sich mit den Gestalten an seinem Tisch unterhält, die die gebotene Szene wohl noch seltsamer erscheinen lassen.

Ein Zwerg, drei Menschen, zwei Orcs und sogar ein Dreanei leisten dem Elfen Gesellschaft, alle mit ähnlich ernster Miene und alle trotz der Hitze ähnlich schwer gerüstet. Langsam klingen die Stimmen der ungleichen Gesellschaft ab und das Gespräch endet mit einem Schnauben des Elfen, als sich dieser begleitet vom Rasseln seines Kettenhemdes von seinem Hocker aufrichtet und gefolgt von der Gruppe in Richtung Ausgang stapft. Grelles Licht fällt in das vernarbte Gesicht des Mannes, als er den Vorhang am Eingang zur Seite schlägt und seinen Blick durch die Straßen Ratschets bis hinunter zum Hafen schweifen lässt. Dort wartet nicht der übliche Anblick geschäftiger Goblins, sondern ein bunter Haufen aller Völker, gereiht von einem der Kontoren, über eine Stelling bis zum Deck eines Dreimasters hinauf, eifrig dabei Vorräte auf das Schiff zu verladen. Wohl waren dem Ruf nicht nur wenige, sondern viele gefolgt. Alte Gesichter, auf dem Weg ihre Heimat den Fängen der Legion zu entreißen. Aber auch Unbekannte, auf der Suche nach Abenteuer und einer neuen Heimat.

Langsam nähert sich die ungleiche Gruppe der arbeitenden Menge und im Tageslicht lässt sich bei einigen der Streiter ein Wappen auf ihren zerschlissenen Wämsen erkennen: Ein weißer Anker auf rotem oder violettem Grund ziert die Brust der Frauen und Männer. Der Elf bildet die einzige Ausnahme. Kein Banner, kein Wappenrock, nur kalter Stahl bedeckt seine Brust, als er über die Pier stapft. Doch bevor die Gruppe das Schiff erreichen kann, löst sich ein Zwerg aus der Menge und stellt sich ihnen in den Weg. Mit grimmiger Miene blickt der Zwerg mit pechschwarzem Bart in die Augen des Elfen, bevor er seine brummende Stimme erhebt. „Wie lange habt Ihr diesmal vor Lichthafen zu besuchen, Dämmerklinge?“, schnaubt er und verschränkt die Arme vor der Brust.

Der Elf neigt den Kopf in die Schräge und zieht langsam seine Augenbrauen zusammen, bevor er dem Zwerg antwortet. „Ich komme nicht zu Besuch und nicht aufgrund eines Befehls. Dieses Mal treibt mich mein eigener Wille.“, erwidert er nüchtern und erntet ein langsames Nicken des Bärtigen, bevor ihm dieser die Faust gegen die gepanzerte Brust schmettert. „Dann solltet Ihr vielleicht das hier anziehen, bevor wir Segel setzen.“ Der Blick des Elfen senkt sich zu der Faust des Zwergs und seine Mundwinkel heben sich, als seine Augen auf das rote Stück Stoff zwischen seinen Fingern fallen. Mit einem kurzen Ruck der rechten Hand entreißt er dem Schwarzbart den roten Wams, wirft ihn sich über und schmückt sich wie der Rest seines Begleiter mit dem weißen Anker. „Zu freundlich.“, brummt er amüsiert zum Zwerg hinab, dessen düstere Miene sich langsam zu einem Grinsen lichtet. „Schön Euch wieder zu haben, Dämmerklinge.“, hallt es von unten herauf. „Ich fürchte nur Naga und Dämonen werden Euch keinen so freundlichen Empfang bereiten.“

„Ich habe diese Stadt oft genug verteidigt, um zu wissen wie man sie erobert, Herr Zwerg. Und davon werden uns weder Naga, noch Dämonen abhalten.“, ist die Antwort des in Rot gemantelten Hünen, als die Gruppe den Weg nun gemeinsam mit dem Zwerg ihren Weg die Stelling hinauf fortsetzt. Kurz bevor die Füße des Blutelfen jedoch das Deck betreten, schnippt er den kleinen Gegenstand in seinen Fingern zur Seite und ein leises Platschen erklingt, als dieser die Wasseroberfläche durchbricht. So versinken die blutroten Schwingen eines eisernen Phönix langsam auf dem Grund der Bucht, während die letzten Vorbereitungen zur Abreise getroffen werden und der lichte Rest von Palast – und Kronwache sich auf ihre Kammern begeben.

Die Sonne neigt sich bereits dem Horizont, als die Leinen des Schiffes eingeholt werden und sich der Rumpf von der Pier löst. Lange Ruder tragen den Dreimaster aus der Bucht hinaus, bevor die scharlachroten Segel fallen und sich im Wind vor den Masten spannen.

Langsam verschwinden die Lichter vor Ratschet und die Einöde des Brachlandes im Hintergrund. Lichthafen aber rückt näher.

 

Geschichte Tyori Sal'dalar

Lichthafen Geschichte: Tyori Sal’dalar

Ich schreibe den ersten Tag der Verdunkelung des Tageslichtes. Wie aus dem Nichts erschien das Schiff der Legion am Himmel, wie ein unangekündigtes Unwetter stahlen sie uns das Sonnenlicht. Niemand realisierte, was geschehen ist. Würde das Schiff weiterziehen? Wäre das bereits das Ende des Königreiches? Das kann es unmöglich gewesen sein, ich bin erst vor wenigen Wochen hier angekommen. Ich will nicht erneut meine Heimat verlieren, nicht erneut dem Untergang selbst ins Auge blicken müssen. Zu viel hat diese Magie, zu viel hat die Legion bereits zerstört.

Gewiss werden wir nicht fallen. Es war unmöglich. Wir haben Spezialisten aller Art, ehemalige Weltenwanderer, Magier aller Schulen, Krieger mit Jahrzehnten an Erfahrung. Es wäre eine Tragödie, wenn wir fallen würden. Ich bin noch nicht lange hier, hörte jedoch von den Erzählungen der Wacht, der Insel, den Trollkriegen. Alles wurde überstanden, jede Bedrohung, jeder Feind.

Später kam es zu einem Kriegsrat der Wacht. Wir wurden alle ins Anwesen gerufen, eine vergleichsweise kleine Runde, in der es um den Verbleib der Wacht ging, die Zukunft in Anbetracht der Bedrohung.

Es war mir gleich, welches Ergebnis, welches Resultat der Rat hervorbringen würde. Flucht? Wenn es so sein muss, bitte. Oder sollte es ein Krieg gegen die Legion selbst sein? Unwichtig welche Entscheidung fallen mag, Ich werde bleiben, so lang es nur möglich wäre. Alle teilten diese Meinung, so hoffte ich. Jeder der kämpfen kann, würde für seine Heimat einstehen, das lernte ich hier. Diesen Eindruck hat mir die Wacht vermittelt.

Wir kamen zu dem dem Entschluss, dass es am sinnigsten wäre den Evakuierungsbefehl der Stadt zu befolgen. So begannen wir damit die Evakuierung soweit vorzubereiten, dass wir im Falle einer Niederlage flüchten könnten. Mitglieder der Jäger, Druiden und andere Flüchtige der Stadt und des Waldes suchten die Wacht auf. Alte, Schwache, Kranke, Frauen und Kinder wurden bereits zu den Schiffen gebracht. Beladen mit Vorräten waren sie bereit die Insel zu verlassen, die neutralen Häfen anzusteuern. Dort können sie ein neues Leben beginnen und zurückkehren, wenn die Legion besiegt wäre.

Der Rest, der gewillt war zu bleiben, verweilte auf der Wacht, um die Insel zu verteidigen, sie zu schützen, soweit es nur möglich war. Niemand von uns wusste wann die Verdammnis über uns kommen würde. Niemand wusste, wann die fliegenden Mechaniken der Legion Ihre Salven auf uns niederregnen würden.

Die Stimmung war verhalten, die Angst vor der Ungewissheit plagte uns. Wie wird es uns ergehen? Wäre es überhaupt möglich diese Insel zu retten? Wir wussten es nicht, doch wir wollten es wagen. In Schichten wechselten sich die Posten an der Mauer ab, während der Rest darauf wartete, dass sich die Heerscharen der Legion vor den Mauern versammelten. Tage sollten vergehen, bevor es soweit war.

 

Vier Tage sind seit meinem letzten Eintrag vergangen, Tage der Ungewissheit. Es rührte sich nichts, abgesehen von den Blitzen am Himmel. Die drohende Präsenz schwebte über uns, ohne weitere Gefahr zu verkünden. Doch langsam, Stück um Stück, versammelten sich die Truppen der Netherbrut vor unseren Mauern. Derweil stand ein letztes Schiff bereit, um den Rückzug zu sichern, falls alles schiefging, falls alles die Bram runtergehen sollte.

Doch das würde es gewiss nicht, so entschlossen wie sich die letzten Kräfte hier versammelt hatten. Viele fragten sich, warum die Legion uns überhaupt als Bedrohung sieht. Oder waren wir einfach nur im Weg? Eine Frage, die durchaus berechtigt war und doch nur eine Frage, die keine Rolle mehr spielte. Wir waren zuversichtlich! Das war unsere Heimat, unser Leben. Unser Neuanfang, fernab von dem, was auf dem Festland geschah.

Gerüstet warteten wir auf den Vorstoß. Ein grüner Meteor ging zu Boden, kein Treffer, so dachten wir. Die Streitkraft der Wacht wurden verschont, denn er zertrümmerte das Tor, als wäre es ein aus Sand entstandener Staudamm eines Kindes, welches einen Bach daran hindern wollte ins Meer zu fließen. Feuer und Stein wurden regelrecht verschlungen. Noch während der Einschlag des Blitzes uns blendete, ertönten die Schreie der Kreaturen vor der anderen Seite der Mauer. Der Ansturm begann. Projektile aller Art streckten die ersten Wellen der Angreifer nieder. Ein Aufschub, mehr nicht. So sollten wir uns der Macht stellen, die darauf zielte, sämtliches Leben im Keim zu ersticken.

Immer wieder sah man, wie sich Verwundete durch die Reihen zurück zogen, wie sie von Ärzten und Heilern zu den Schiffen gebracht wurden. Der Klang von aufeinander treffendem Metall erfüllt die Luft, gepaart mit den Todesschreien derjenigen, die an diese Insel glaubten. Rauch trübte unsere Sinne. Ohrenbetäubend wirkte der Lärm weiterer Einschläge, als seien es Höllenbestien oder Geschosse des Schiffes selbst. Es war vorbei. Wenige blieben, um die Streitkräfte zurückzuhalten, während der Großteil sich auf zu dem Schiff machte. Dem Befehl schlussendlich folgend, war die Insel verloren. Sollte es das gewesen sein? Alle die Mühen der Vortage, der vorherigen Jahre, all das Blut der Gardisten, die für die Freiheit der Insel ihr Leben gelassen haben? Vergebens. Ein Tropfen auf dem durch Felfeuer erhitzten Stein.

Die Stimmung auf meinem Schiff selbst war gedrückt, die Enttäuschung über das eigene Versagen obsiegt. Es herrschte Ungewissheit. Was würde nun folgen? Würden wir jemals zurückkehren, um Lichthafen wieder zu gewinnen? Oder war dies das Ende? Mit dem letzten Funken an Hoffnung, der in uns verblieb, warteten wir auf Kunde der Krone, auf Nachrichten, die uns sagen würden, wie es weitergehen würde.

Geschichte Lea Gerb

Lichthafen Geschichte: Lea Gerb

Es ward von Jetzt auf Gleich düster geworden.

Das himmelsblaue Firmament verzog sich binnen weniger Herzschläge zu einem schrecklichen,  graugrünen Schleier. Der Wind peitschte orkanartig durch die sonst so friedlebende Stadt Lichthafen, wirbelte die umliegenden Wassermassen der Insel unter stürmischen Böen auf und lies den sonst die Bäume Kitars ächzend wanken. Doch war das bloß der Anfang…

M-Machst du mal die F-Fenster zu? Es zieht.”, wehte eine zartbesaitete Stimme stotternd durch die Wohngemeinschaft am Ahornweg. Lea nickte stumm und eilte zum Fenster, wo die hölzernen Läden bereits vom Sturm geschaukelt wurden und gegen das Gemäuer klapperten, als wären sie bloß läpperliche Fähnchen im Wind. “Haye! Bin dab…”. Die Worte Lea’s blieben auf halber Strecke mit einem Glucksen im Rachen stecken, als Ihr Blick aus dem Fenster zum Himmel gelang und sie die teufelsgrüne, unheilverheißende Farbe am Firmament sah, jene die Dämmerung düster umschleiert.

M…. Mia”, schlotterte die Stimme der Rothaarigen kaum hörbar und angsterfüllt. Herzschläge, welche hörbar und förmlich greifbar waren, klopften rasendschnell in der Brust wie ein Dampfhammer. “Mia!”, wiederholte Lea etwas lauter und mit etwas mehr Kraft in der Stimme. “Hu?”, hörte man kurz, ehe das blonde Zeitungsmädel auch schon angelatscht kam. Dem aufgelösten Blick Lea’s folgend, spähte sie heraus; Felgrün. Und jeder Narr wusste, was die Farbe bedeutet, wusste, was jene Farbe verkündet. Während Mia sich rasch im Keller zu vergraben wusste, wagte Lea sich auf die Strasse.

Wie bei einer Sonnenfinsternis, standen bereits dutzende, gar hunderte, Bürger auf den Strassen und spähten zum Himmel. Doch statt Bewunderung, manifestierte sich Angst und Panik in den Gesichtern.

Für einen Moment schwieg alles. Ruhe. Die Zeit für den Moment beiseite geschoben.

Doch wurde die Stille gebrochen von einem Grollen laut wie tobender Donner, der alles gewaltvoll zu erschüttern wusste. Holzgebälk ächzte, marode Steine bröckelten vom Gemäuer alter Häuser und Bäume drohten zu brechen. Ein riesenhafter Spalt teilte das felgrüne Geflecht am Himmel, öffnete eine Pforte um den Weg für die Legion zu ebnen. Gewaltig wie eine schwebende Insel selbst, sponn sich nach und nach die Silhouette vom Legionsschiff aus dem magischen Felriss, bis es gänzlich zu sehen ward und die Stadt Lichthafen, gar die ganze Insel Kitar, in tiefe Schatten wog. Bereits wenige Stunden später, verfiel ein Großteil der Stadt in Panik. Der aufkeimende Wahnsinn in den Köpfen der Bürger, verleitete zu Plünderungen, andere schlossen sich im Keller ein, andere wieder appellierten an die mächtigen Arkanisten und tapferen Soldaten des Königreiches. Wie ein Meer schattenschwarzer Farbe, flutete das Dämmergrau Stück für Stück die Stadt, um sie in die Dunkelheit zu wiegen.

Eine paar Tage, in denen Panik vorherrschte, sah man das Luftschiff am Himmel, verblieb dort schwerelos, bis das vermeintliche Ende vom Himmel regnen solle…

…und das mit einem Schlag. Denn war irgendwann der Moment gekommen, wo felsengroße, felumschleierte Gesteinsbrocken vom Himmel hagelten, um alles was sie trafen mit zerstörerischer Gewalt zu bersten. Gebäude wurden binnen eines Herzschlages Schutt und Asche,  Strassen zersplitterten wie ein Scherbenregen, als die riesigen Felbrocken niederhagelten. Bürger durften ansehen, wie ihre Häuser unter der Gewalt der Steinsbrocken, in Sekundenschnelle dem Erboden gleich gemacht wurden, nur, um steinernde Dämonen zu sehen, welche sich aus diesen Brocken erhoben.

Eine schemenhafte, dunkle und vibrierende Stimme erhob sich in den Ohren aller; hasserfüllte, auf Eredun gesprochene Worte, die den Anfang vom vermeintlichen Ende prophezeiten.

Lea war allein daheim, nichts und niemand, der ihre Tränen und ihre Verzweiflung hätte sehen können. Die anderen Mitbewohner, selbst Mia, waren schon geflüchtet und nur Lea hatte bis zu jenem Tage auf die Streitkräfte Lichthafens vertraut. Doch dieser Hoffnungsschimmer zog spätestens jetzt vor dem geistigen Auge davon, wie ein ungreifbarer Gedanke. Ohne auch nur einen weiteren Moment der jetzt so kostbaren Zeit zu verlieren, schob sie sich aus den Sandalen, um die Füße in die Hand zu nehmen, verliess ihr Veresteck und eilte vom Keller hoch, heraus. Sie rannte über die von Panik übersäten Strassen der Stadt zum Hafen – So schnell es nur ging. Wie eine groteske Strecke aus Bildern, die an ihr vorbeizog, offenbarte sich dabei die morbide Zerstörungskraft der Legion: Häuser loderten im Flammenmeer, dutzende Soldaten wurden von bloß einem Hieb einer infernalischen, steinernden Höllenbestie zermatert. Immer wieder gerieten Lea’s Schritte ob der Erschütterungen aus dem Gleichgewicht. Immer wieder schloß sie blind die Augen, um all das Leid, das Blut, die Leichen, Freunde, die Dämonenbrut, zumindest für eine Sekunde nicht sehen zu müssen. Mit Tunnelblick  führte sie panisch Fuß um Fuß; Schritt um Schritt, mit einem stetigen Zittern, welches schon längst Herr ihres Körpers war.

Am Hafen angekommen, hörte man das Schreien und Einweisen der Soldaten auf die Schiffe. Keine Zeit für zaghafte Worte, kein Gedanke an Ruhe. Ein Stimmenmeer aus Entsetzung, bitterlichem Zetern und militärischer Strenge erhob sich aus dem sonst so friedlichen Hafen.

An trauernden Bürgern und neben blutbesudelten Soldaten vorbei, führte Lea ihre Schritte etwas langsamer auf die Planken des Schiffes. Stumm, ohne Worte, ohne Kraft, ohne Hoffnung und Mut, setzte sie sich mittellos neben dutzend anderer, verzweifelter Gesichter.

Niemand sprach auf Deck. Niemand hoffte und trostlose Augen schauten zu Boden. Zu schwer war das Bild, welches sich vom Hafen und Schiff auf die Stadt bot: Höllische Flammen, schwarzer Rauch, Asche, Blut, Schreie und immer mehr absurde, dämonische Gestalten traten aus den Schatten hervor, um alles andere herum im Klang des Krieges zu wiegen. Sie rief sich die Worte aus vergangenen Tage in’s Gedächnis, auch wenn sie jene selbst kaum glauben wollte: “Es gibt keine Probleme. Nur ungeahnte Möglichkeiten.”, sprach sie leise’ zu sich selbst und holte schwer Luft.

Dutzende Schiffe hissten die Segel. Und auf jedem der Segel prangerte noch immer voller stolz das Wappen Lichthafens.